Oder: Einsnull ist auch (k)eine Lösung
Mutmaßlich haben sie sich beim FC Bayern in dieser Woche, als der Angestellte Breno Vinicius Rodrigues Borges sich nach der Degradierung in die B-Elf auf seinem (verifizierten, privaten) Account @Breshow02 bei seinen inzwischen 8915 Followern über seinen seinen Arbeitgeber ausweinte („Was für eine Phase ich durchmache. Bayern macht eine Sauerei mit mir”), zum ersten Mal mit Twitter beschäftigt. Und wie sie das getan haben, legt den Schluss nah: Twitter ist nicht nur dem Internetverweigerer Uli Hoeneß suspekt, Twitter ist an der Säbener Straße schlichtweg nicht angekommen. Oder wie es der Blogger Daniel Mack in seinem Beitrag treffend analysiert: „Twitta, wos is des?“
Der offizielle Facebook-Auftritt des FC Bayern gefällt 2.704.239 Menschen.Dieser Tage hat man die Gründung einer vereinseigenen Social-Media-Plattform angekündigt (Arbeitstitel "MyBayern"). Doch Social-Media-Richtlinien gibt es offenbar nicht. Am Montag hieß es noch, man müsse zunächst einmal verifizieren, ob der Account (auf dem Breno auch gerne private Nachrichten an seine Frau Renata schreibt) auch wirklich vom Spieler persönlich sei. Als Breno am Dienstag eingestand, die Kurzkritik am Arbeitgeber selbst verfasst zu haben, reagierte der durchaus internetaffine Vorstandsboss auf Mia-san-Mia-Art - mit einem Twitterverbot für Breno. Karl-Heinz Rummenigge: „Er sollte es in Zukunft lassen, zu twittern. Ich erwarte von ihm, dass nichts Weiteres mehr kommt”.
Aus „Twitta - wo is des?“ wurde „Twitter - des gibts ned.“ Bisher gilt das nur für Breno, der seinen Tweet auf Portugiesisch absetze - was wenigstens Trainer Heynckes versteht. Wie suspekt aber muss ihnen da erst der Accout von @Timo_44 vorkommen: Anatolly Tymoshchuk twittert doch tatsächlich in kyrillisch. Noch. Breno hat den betreffenden Tweet inzwischen gelöscht. Twitterverbot bei Bayern - so berichten wir in der AZ über Twittergate beim FCB2.0. Einsnull ist auch (k)eine Lösung.